Afrika gibt es nicht. Unzweifelhaft aber gibt es Literatur vom afrikanischen Kontinent. Oder bald auch nicht mehr? Jedenfalls geht die Vermittlung in den deutschsprachigen Raum zurück. Die KennerInnen Chudi Bürgi und Ruedi Küng sprachen kürzlich im bücherraum f über den Stand der Dinge. Bürgi war langjährige Co-Direktorin bei Artlink, eine Institution, die sich für eine Kontinente überspannende Kultur einsetzt, Ruedi Küng ist bekannt als ehemaliger Afrika-Korrespondent bei Radio DRS und als Publizist. Im Gespräch skizzierten sie die historische «Entdeckung» der Literatur vom afrikanischen Kontinent in Deutschland und in der Schweiz, gingen auf Debatten um eine indigene versus eine Weltliteratur ein und kamen dann auf die eher trübe Gegenwart zu sprechen: Staatliche Subventionen werden gestrichen, Programme zur Kulturvermittlung sind gefährdet, Übersetzungen kaum mehr finanzierbar, Verlage müssen schliessen. Ist Kulturaustausch ein Auslaufmodell? Trotz allem: Es liegt ein unschätzbarer Fundus an Literatur vor, der weiterhin vergrössert wird. Bürgi und Küng nannten einige der wichtigsten AutorInnen und Bücher, wodurch der Beitrag auch zur enthusiastischen Literaturempfehlung wurde.
Das Zwiegespräch lässt sich hier nachhören:
Die Illustrationen, Fotografien und Tabellen, auf die Bezug genommen wird, können parallel dazu angeschaut werden:
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