Reden, um nicht zu ersticken Uschi Waser im bücherraum f

Am Montag, den 27. April hat der Nationalrat mit 100 gegen 67 Stimmen bei 20 Enthaltungen entschieden, dass die Behandlung der Jenischen und Sinti in der Schweiz als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuerkennen sei. Eine der treibenden Kräfte für die Aufarbeitung war Uschi Waser, die selbst durch das berüchtigte Programm «Kinder der Landstrasse» den Eltern entrissen worden war und ihre Kindheit und Jugend in nicht weniger als 27 verschiedenen Heimen verbringen musste. Gegenüber der Onlinezeitung Watson hat sie von ihren zwiespältigen Gefühlen angesichts des Entscheids gesprochen: «Natürlich ist es gut, dass dieses Thema aufgegriffen wurde, gleichzeitig habe ich Mühe damit, dankbar dafür zu sein. Eigentlich muss ich nicht dankbar sein, sondern es ist mein Recht, dass man diese Verbrechen anerkennt.» Und sie betont, dass es mit Worten nicht getan sei, sondern jetzt Taten folgen müssten.

Uschi Waser war kurz vor der Abstimmung im bücherraum f und hat zusammen mit der Publizistin Silvia Süess über ihr kaum glaubliches Leben und ihren jahrzehntelangen Kampf um Gerechtigkeit berichtet. Süess hat kürzlich ein Buch über diese «Lebensgeschichte einer Jenischen» veröffentlicht. Das Gespräch zwischen Uschi Waser und Silvia Süess lässt sich hier nachhören:

 

Silvia Süess: Reden, um nicht zu ersticken. Uschi Waser – die Lebensgeschichte einer Jenischen. Rotpunkt Verlag, Zürich 2026. 264 Seiten.