Die 8. Konferenz der Schweizerischen Gesellschaft für Geschlechterforschung (SGGF) wurde am 8. und 9. September 2025 an der Universität Basel durchgeführt. Unter dem Tagungsthema «wissen – savoir – sapere – know(-ledges)» sollte der Austausch unter Wissenschaffenden der Geschlechterforschung aus verschiedenen Disziplinen und Forschungsbereichen gefördert, die Geschlechterforschungs-Community verstärkt und Schweizer und internationale Forschende vernetzt werden.
Die Hauptreferate – die ja gelegentlich auch keynotes genannt werden – hielten Elsa Dorlin von der
Professur für Politische und Zeitgenössische Philosophie, Universität Toulouse; sowie Katrin M. Kämpf, Assistenzprofessur & künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeitende in Queer Studies, Kunsthochschule für Medien Köln. Daneben gab es an den beiden voll gedrängten Tagen rund vierzig Vorträge, Panels und Workshops.
Auch der bücherraum f war in Basel vertreten. An einem grossen Büchertisch stellten Monika Zemp und Brigitta Klaas Meilier unsere Bibliothek «schema f» mit repräsentativen Büchern aus den Beständen vor, pflegten Gespräche und verkauften Doubletten.
Gerade für die neueren Debatten um Queer kann «schema f» ja einiges historisches Material zur Verfügung stellen. So ist eine erste Diskussionswelle aus den 1990er-Jahren dokumentiert, mit Büchern zu ernsthaften Themen wie Gewalt gegen Lesben, einem Ratgeber «Lesbisch-schwules Baby-Buch», aber auch ein wenig leichtere Kost wie «Queer Crimes» (wenn Krimis denn leicht sein können) oder das «Quer Quizbuch». Solche Bücher erlauben neben ihren zum Teil aktuell gebliebenen Inhalten als historische Dokumente immer auch eine Selbstreflexion sozialer Bewegungen über ihre Geschichte.
Apropos Geschichte: Natürlich wird in «schema f» die frühe Frauenbewegung, in der Schweiz und in Deutschland, dokumentiert, bis hin zu Fremd- und Eigen-Karikaturen.
In die Zukunft greifen dagegen Bücher aus der Phantastischen Abteilung der Bibliothek: etwa der Roman «Herland» von Charlotte Perkins Gilman, in dem bereits 1915 eine Gesellschaft ohne Männer entworfen wird, die – natürlich – eine bessere ist. Dazu kommt eine reiche Auswahl in Englisch und Deutsch von Büchern der profilierten Ursula K. LeGuin und die einflussreichsten Werke von Marge Piercy.

Vorhanden ist auch die unvergleichliche Berta Rahm (1910-1998), die, als eine der ersten Architektinnen diskriminiert, 1967 einen EinFrauenVerlag aufzog, mit bemerkenswerten Publikationen, von Mary Wollstonecraft über Flora Tristan und Hedwig Dohm bis zu einer Geschichte der Bloomers – bitte bei uns in der Bibliothek nachschauen, wer und was sich dahinter verbirgt.
Natürlich überquellen allerorten die Büchergestelle, aber die reichhaltigen Doubletten stiessen doch auf etliches Interesse, vor allem ältere Ausgaben der «beiträge zur feministischen theorie und politik»; wir haben noch ein paar davon zum Abgeben, siehe www.buecherraumf/doubletten.
sh, Fotos: Brigitta Klaas Meilier